1993 Magister Studium Universität zu Köln (Germanistik, Bibliothekswissen-schaften und Pädagogik) Stationen: WDR Köln, Heinrich-Böll-Stiftung, Haus der Geschichte in Bonn, 1998 Umzug von Köln nach Trebur (Hessen), seit 2002 Mitarbeiterin und Frauenbeauftragte im Rathaus Trebur
Fotografin Nadine Grüßgen
... eine junge Frau mit einem außergewöhnlichen Blick ohne tatsächlich durch die Linse zu schauen. Sie hat die ungewöhnliche Fähigkeit, in Gedanken zu schaffen, was noch nicht vorhanden ist und es dann auch noch zu fotografieren, damit es auch für die Betrachter sichtbar wird.
P R E S S E
(Aus: Gerauer Echo vom 15. Dezember 2011 - Mörfelden-Walldorf)
Ein Tag wie aus dem Bilderbuch
Lesung. Der Mörfelden-Walldorfer Frauentreff hat im Bahnhof die Treburer Autorin Anette Welp zu Gast (CTS)
[...] Mit Geschichten und Gedichten von Freundinnen, ausgesessenen Beziehungen, Frauenpower, Glücksgefühlen, dem alltäglichen Haushaltschaos und Mordfantasien sorgte Anette Welp im Mörfelder Frauentreff für amüsante Unterhaltung. Die Geschichte "Kölsch trifft Frankfurter" gab Welp sogar auf Hessisch zum Besten, was ihr als gebürtige Kölnerin doch nach eigenem Bekunden schwerfalle. [...] "Irma nascht" erzählt aus dem Leben einer Frau, die 50 Jahre lang zu allen möglichen Anlässen Schnittchen schnitt und das Messer nach jedem sauberen Schnitt ableckte. Erst bei der goldenen Hochzeit gestand sie, dass sie sich zwar nie hätte scheiden lassen, aber Lust verspürte, ihren Mann zu töten. [...] Natürlich durften die "Kennen Sie das?"-Kolumnen nihct fehlen. [...] Während der Lesung suchte die Autorin den Dialog mit dem Publikum und erzählte ein wenig von sich und ihren Projekten. [...] Wichtig sei ihr, an ungewöhnlichen Orten zu lesen, wie im Frauengefängnis Frankfurt-Preungesheim. Frauengefängnisse gibt es nur wenige, erklärte Welp, meist sind die Frauen in Frauenabteilungen von Männergefängnissen untergebracht. Mit ihren Lesungen und ihren Bücherverkäufen finanziere sie die Reisen in die Gefängnisse. "Ich bin berührt von deiner Friedfertigkeit und habe mich an vielen Stellen gefunden", sagte Grit Umstätter nach der Lesung. Sie sprach damit aus, was viele Zuhörer empfanden. [...]
(Aus: Rüsselsheimer Echo vom 11. Oktober 2011 | Von Gesche Ogursky)
MUTTER, TOCHTER UND EIN PROJEKT
Präsentation: Autorin Anette Welp aus Trebur und ihre Tochter Nadine Grüßgen gestalten einen Freundinnenkalender
TREBUR. Die erste Präsentation, die Diana Zschiesche und Janette Schulze in ihrem Buchladen „Seitenweise“ am Samstag organisiert hatten, war eine besondere: ein Mutter-Tochter-Projekt. Autorin Anette Welp aus Trebur (48) stellte gemeinsam mit ihrer Tochter, der Fotografin Nadine Grüßgen, die zweite Auflage ihres immerwährenden Freundinnenkalenders vor.
Die Faszination an den Fotos ihrer Tochter habe die Idee vor zwei Jahren entstehen lassen, sagte Welp, die bereits vier Bücher sowie ein Hörbuch veröffentlich hat. „Eines der wichtigsten Momente in unserem Leben sind unsere Freundinnen. Eine Freundin zu haben, oder auch mehrere, das ist eine Herzensangelegenheit, ein Glücksmoment“, erklärte sie das Thema. Da die Erfahrungswelten – auch bei der Definition von Weiblichkeit – der beiden jedoch 33 Jahre auseinanderliegen, sei es eine Herausforderung gewesen, Text und Foto zu kombinieren. „Das setzt viele kreative Gespräche voraus, aber es war eine tolle Erfahrung und Bereicherung für uns beide.“ Welp gab ihrer Tochter zwölf Gedichte, anhand derer Grüßgen die Fotos entstehen ließ. „Ich habe jedes Gedicht interpretiert und überlegt, welche Message dahinter steht und wie ich das verdeutlichen kann“, erklärte die 15 Jahre alte Schülerin. Dann habe sie experimentiert und die Fotos gemacht. Zu dem Oktober-Gedicht „Wut“ habe sie Gläser zerschlagen und die Scherben mit Schachfiguren so lange arrangiert, bis das richtige Bild entstanden sei. Grüßgen fotografiert, seit sie neun Jahre alt ist. Auf einer Ägypten-Reise habe sie eigentlich nur Urlaubsfotos machen wollen. „Aber die Motive dort, die haben mich total fasziniert, die wollte ich gerne anders festhalten.“ Seitdem entwickeln sich Fotos für sie immer mehr zu einer Möglichkeit, Momente festzuhalten. Die positiven Rückmeldungen über ihre Fotos in der ersten Auflage des Kalenders haben sie in ihrem Bestreben, später etwas mit Fotografie zu machen, bestärkt. In ihrer Freizeit macht die Schülerin nicht nur Fotos, sondern sie schreibt auch Drehbücher zu deutschsprachigen Liedern, die sie dann gemeinsam mit ihrer Familie und Freunden in Minifilme umsetzt. „Die Freude an der Entstehung, das ist für mich das Schönste“, sagt sie. In der zweiten Auflage des Kalenders haben Welp und Grüßgen drei Gedichte und Fotos durch neue ausgetauscht und die Inspirationen anderer Frauen aufgenommen, so Welp.
Daher sei der Kalender nicht mehr weiß sondern in einem warmen Farbton gehalten, auch die Art der Abbildung der Fotos haben sie verändert; Foto und Text gehen nun ineinander über. Ursprünglich hatten Welp und Grüßgen daran gedacht, nur sieben Kalender zu produzieren, daraus sei die erste Auflage mit 60 Kalendern geworden. „Die waren nach einem halben Jahr alle weg“, freuen sich die beiden über ihren gemeinsamen Erfolg und die zweite, ebenfalls 60-Stück starke Auflage.
(Aus: Süwo vom 15.6.2011)
L E S U N G E N I M F R A U E N K N A S T Autorin Anette Welp will Mut machen und Brücken schlagen
Warum werden Frauen strafflällig? Warum werden sie zu Drogenkurieren, Diebinnen, Betrügerinnen? Warum töten Frauen? Das sind Fragen ,die Anette Welp (48) aus Trebur bewegen, die sie berühren. Diese Fragen sind es auch, die die Autorin die Idee zu ihren bislang ungewöhnlichsten Lesungen gaben. Anette Welp liest in Frauengefängnissen, ihre Zuhörerinnen sind straffällig gewordene Frauen, die oft viele Jahre eine Haftstrafe verbüßen müssen. [...] Seit dem vergangenen Jahr sucht Anette Welp den Kontakt zu Frauengefängnissen in Deutschland. "Ich biete Veanstaltungen an, um für Frauen und Jugendliche in den Gefängnissen aus meinen Texten vorzulesen und anschließendmit ihnen zu diskutieren." In der Frauenhaftanstalt in Frankfurt-Preungesheim war sie bereits, auch in Köln hat sie im Frauengefängnis gelesen. In diesem Monat wird sie in der Frauenabteilung der Justizvollzugsanstalt (JVA) Rohrbach in Wöllstein zu Gast sein. [...] "Weil ich Zeichen setzenwill," wie sie sagt. Einmal für die Frauen in den Gefängnissen: "Ich möchte sie wieder reinholen in die Welt, die sie verlassen mussten, weil sie nicht so funktioniert haben, wie es diese Gesellschaft von ihnen erwartet", beschreibt es die Autorin. Die Hintergründe, die zu einer Straftat führen, kenne sie freilich nicht. Doch es gebe Statistiken: "Frauen sind weniger gewalttätig als Männer. Männer töten aus Macht, Lust oder Gier. Wenn Frauen einen Mann töten, der ihnen nahe steht, dann oftmals aus Verzweifelung. Und immer gibt es eine Vorgeschichte der Demütigung,Erniedrigung und Misshandlung, oft über Jahre ." [...]
"Hat das überhaupt noch alles einen Sinn mit den Beziehungen zwischen Männern und Frauen? Was macht Religion mit uns Frauen? Werden wir Frauen im Christentum oder auch im Islam diskriminiert? Was bedeutet Gleichberechtigung? Muss ich mich entscheiden zwischen Familie und Karriere?"
"Diese jungen Frauen, die irgendwann dieses Gefängnis verlassen werden, suchen bereits jetzt ihren Platz in unserer Gesellschaft. Sie wollen einen Mann, Kinder und einen Beruf", sagt Welp. Deshalb fordere die Autorin ihre Zuhörerinnen stets auf: "Macht eine Ausbildung, erlernt einen Beruf, damit ihr unabhängig seid. Was Euch mit Euren Männern verbindet, muss Liebe, Wertschätzung und Achtung sein." Im Gefängnis Köln-Ossendorf war Frauensolidarität das Zauberwort der Lesung und das Fazit, dass Welp noch einmal wiederkommen soll, um mit den Inhaftierten weiterzudiskutieren.[...]
(Aus: Main-Spitze vom 10. Juni 2011)
W E L P W I L L W E I B L I C H E R E W E L T
BISCHOFSHEIM LESUNG Autorin setzt sich mit Beziehungen der Geschlechter auseinander (mis).
Die Bischofsheimer Bücherei gehört für Anette Welp eher zu den „gewöhnlichen“ Orten für eine Lesung. Normalerweise liest die Treburer Autorin und Frauenbeauftragte nämlich in Friseursalons,Schlössern oder Gefängnissen. Dennoch bereitete sie rund einem Dutzend Interessierter am Mittwoch einen unterhaltsamen Literaturabend.
Welp las aus ihren Büchern, die im eigenen Verlag erscheinen, Kurzgeschichten, Kolumnen und Gedichte. Viele ihrer Kolumnen, die stets mit den Worten „Kennen Sie das?“ beginnen, regten zum Schmunzeln an. Auf zynische Weise karikierte die gebürtige Kölnerin darin das Zusammenleben von Frauen und Männern. Ihren Umzug nach Hessen thematisierte Welp in der Kurzgeschichte „Kölsch trifft Frankfurter“. In Gedichten ging es dagegen eher um Themen wie Liebe, Selbstfindung und Freundschaft.
Aber auch ernste Themen gehören in das Repertoire der Lesung. So wie eine Kurzgeschichte, in der eine Frau ihre Mutter beim Sterben begleitet. Gemeinsam ist Welps Geschichten allerdings, dass sie meist aus Frauenperspektive erzählt werden. Ist einmal ein Mann die Hauptfigur, kommt er nicht besonders gut davon. Damit verarbeitet Welp teils auch eigene Erfahrungen.
Obwohl Welp sich nicht ausgewiesen feministisch gibt, spielt das Weibliche bei ihr eine große Rolle. „Voll Weiblich“ war dann auch der Titel der Veranstaltung. „Wir müssen uns bemühen, dass die Welt weibliche Strukturen erhält“, sagte die Autorin den Zuhörern.
Die - bis auf eine Ausnahme - Frauen waren sehr angetan von der Lesung. Viele beteiligten sich im Anschluss an einer Diskussion mit der Schriftstellerin. Einige interessierten sich auch für Bücher, Kalender und Lesezeichen, die Welp mitgebracht hatte. Etwas enttäuscht zeigte sich nur Büchereileiterin Doris Pichler. Sie bedauerte, dass so wenige Zuhörer den Weg in die Lesung gefunden hätten. „Ich dachte, das Thema ,Männer und Frauen‘ interessiert viel mehr“,sagte sie.
Großen Anklang fand aber Welps neuestes Projekt, in dem sie Lesungen in Frauengefängnissen abhält. „Wir wissen gar nichts von diesen Frauen, wie es ihnen dort geht“, sagte Welp über ihr Projekt. Im kommenden Jahr will sie darum mit Gefängnisinsassinnen ein Buch erarbeiten. Bislang hat sie überraschend positive Rückmeldungen bekommen. Sie treffe offenbar den Nerv der Frauen, fand Welp: „Mir ist schon oft passiert, dass die Frauen fragen: Woher kennen Sie meine Geschichte?“
N I C H T A B L E N K E N, S O N D E R N H I N S E H E N
19.03.2011 - OPPENHEIM/TREBUR
Von Beate Nietzel
LESUNG Autorin Anette Welp will Frauen dazu ermuntern, ihre eigene Welt zu kreieren und mit Pfunden zu wuchern
Kennen Sie das? Den heiß geliebten Kuschelpulli, den treuen Begleiter
buchstäblich durch dick und dünn - egal ob frau frisch verliebt und
erschlankt ist oder sich frusthalber moppelig genascht hat? Oder das im
Ofen explodierte Silvestermenü samt anschließender Grundreinigung der
Küche kurz vor dem Jahreswechsel? Den Glückstag aber, der mit frischen -
nicht selbst geholten - Brötchen und roten Rosen beginnt, mit netten
Kollegen, einer Gehaltserhöhung und einem Gutscheingewinn weiter geht
und damit endet, dass die liebe Schwiegermutter ein feines Dinner für
zwei gerichtet hat und die zwei mustergültigen Kinder für die Nacht zu
sich nimmt - nein, einen solchen Tag kennt auch Anette Welp nicht.
Verschmitzt und ernsthaft zugleich
„Kennen Sie das?“: So beginnen viele der Kolumnen von Anette Welp.
Witzig, ironisch, zuweilen absurd kommen die pointierten Kurztexte der
Treburer Autorin daher, die damit das Thema auf amüsante Art beleuchtet,
das sie immer schon umgetrieben hat: Die Gleichberechtigung zwischen
Mann und Frau. Dem nähert sie sich mal sanft und verschmitzt, mal aber
auch ernsthaft und engagiert.
„Die Welt ist zweigeschlechtlich“, ist Anette Welp überzeugt. Die
Emanzipationsbewegung hat sie von Anbeginn begleitet: „Ohne Alice
Schwarzer wären wir nicht, wo wir sind“, sagt die 1963 Geborene, die es
1998 aus familiären Gründen nach Südhessen zog, ganz klar.
Da hatte sie in Köln Germanistik, Bibliothekswissenschaften und
Pädagogik studiert, war beim WDR, bei der Heinrich-Böll-Stiftung und im
Haus der Geschichte in Bonn beschäftigt. Seit 2002 arbeitet die Mutter
zweier Kinder unter anderem als Frauenbeauftragte im Rathaus Trebur.
„Wichtig ist Authentizität“, betont sie, dass „Frauen ihre Weiblichkeit
leben sollten“.
Junge Frauen ruhen sich auf Erreichtem aus
Die gerade von Männern oft belächelte Intuition, zwischenmenschliche
Kompetenzen, Solidarität: Mit diesen Pfunden sollten Frauen wuchern und
„ihre eigene Welt kreieren“. Was sie dazu tun kann, tut Anette Welp.
Neben Familie und Job „ist das Schreiben mein Herzblut“. Verpackt sie
einerseits „Augenblicke, die ich sehe“, in ihre ironisch-überspitzten
Geschichten, kann sie genauso gut gesellschaftlich-politisch Position
beziehen. „Die junge Frauengeneration ruht sich auf dem bisher
Erreichten aus“, formuliert sie etwa in einem Kommentar für das
Internetportal www.my-trebur.de.
Die so genannten „Alphaweibchen“ nutzten unreflektiert alle Vorteile,
die ihre Mütter und Großmütter für sie erkämpft hätten. Dabei sei die
Diskussion um eine Frauenquote - „ein kleines Hilfsmittel“ - sinnlos,
weil es vielmehr darum gehe, das Leben so umzugestalten, dass Frauen die
gleiche Möglichkeit hätten, sich beruflich zu entwickeln.
Entsprechend ist auch der „Augen Auf Verlag“ im Auftrag der Frauen unterwegs.
2006 hat Anette Welp ihn gegründet, um allgemeingültige Themen kritisch
aus Frauensicht zu betrachten. Ob Kurzgeschichten, Kolumnen, Kurzprosa
oder Lyrik: Der Verlag habe sich einer Literatur verschrieben, „die
nicht ablenken, sondern hinschauen möchte“ - aus der Erfahrung des
täglichen Lebens, hinter die Kulissen blickend, nachbohrend und „bewusst
penetrant“.
Lesungen im Frauengefängnis
Jüngstes Projekt des Verlags sind die Lesungen in Frauengefängnissen,
die Anette Welp gestartet hat. Die nächste steht für 4. April in Köln im
Terminkalender, im Juni folgt Rohrbach, dann Würzburg.
Ziel: Ein Buchprojekt, in das die Texte der Frauen Eingang finden. „Da
entsteht tolle Lyrik, in der sich die Seelenwelten der Frauen spiegelt“,
hat Anette Welp in der JVA Frankfurt-Preungesheim erlebt.
Und wie ergab sich nun der Kontakt „über den Rhein“? Ganz einfach:
Anette Welp stellte ihren Verlag und sich auf der Mainzer
Minipressen-Messe 2009 vor.
Dort wurde Sabina Kerkhoff aus Oppenheim auf sie aufmerksam, hielt die
Verbindung - und so ist Anette Welp am Mittwoch auf Einladung der
Evangelischen Erwachsenenbildung in der Michaelskapelle zu Gast. Ironisch-überspitzte
Geschichten und gesellschaftlich-politische Positionen beschreibt
Anette Welp und liest am Mittwoch in Oppenheim.
(Aus: Darmstädter Echo vom 8. Dezember 2010 von Dennis Möbus)
Kolumnen mit Wiedererkennungseffekt
Lesung: Autorin Anette Welp stellt ihr Buch "Kennen Sie das?" vor - Kalender-Projekt
TREBUR. »Kennen Sie das?« Mit diesen drei Worten beginnen die meisten der Kolumnen von Anette Welp. Und genau so lautet auch der Titel ihres neusten Buches, das die Autorin jetzt in einem italienischen Geschäft in der Hauptstraße vorstellte.
In diesem Werk sind alle Kolumnen der leidenschaftlichen Autorin zusammen-getragen. Themen der Alltagsgeschichten sind meist Beziehungen, die tiefsinnig, ironisch und amüsant behandelt und aufarbeitet werden.
Es geht aber auch um typische Frauenthemen, die Stärken und der Glaube der Frau, die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau, sowie um Besinnliches. Im Hintergrund steht stets das Motto der Autorin: »Voll weiblich«. Ebenfalls präsentiert wurde im Rahmen der Lesung der neue »Freundinnenkalender«, der nun ebenfalls erhältlich ist. »Ein zeitloser Wandkalender für die Frau und ihre beste Freundin«, sagte Welp. Fotos von ihrer Tochter Nadine Grüßgen schmücken das Stück. Erst vor wenigen Wochen las Welp ihre Kolumnen in einer Frauenhaftanstalt in Frankfurt-Preungesheim (wir haben berichtet).
Dieser Termin habe sie sehr geprägt, berichtete sie. An diesem Projekt will sie weiter arbeiten. So findet eine weitere Lesung in einer Frauenhaftanstalt am 23. Mai in Köln statt. Ihr erstes Buch veröffentlichte Welp im Jahr 2000 - Im Jahr 2006 gründete sie ihren eigenen Verlag. Die heute 47 Jahre alte Wahl-Treburerin schreibt bereits seit sie einen Stift halten kann, wie sie dem ECHO mit einem Augenzwinkern sagte. Internet: www.vollweiblich.de.
(Aus: Main Spitze vom 7.12.2010 - Lokale Kultur) „Kennen Sie das?“ Von Tobias Riedl
„Kennen Sie das?“ - dieser Satz ist in fast jedem Text von Anette Welp zu finden. Die Treburer Autorin hat am Sonntagabend aus ihrem aktuellen Buch mit dem Titel „Kennen Sie das?“ gelesen. Außerdem stellte sie ihren Freundinnen-Kalender vor, den sie mit Tochter Nadine erstellt hat.
Zehn überwiegend weibliche Zuhörer zog es ins „Little Italy“ in Trebur. Bevor Welp jedoch mit der Lesung begann, wollte sie noch einen persönlichen Appell loswerden. Sie setzt sich besonders für inhaftierte Frauen ein und fordert, dass diese nicht von der Gesellschaft vergessen werden dürfen. Eine Lesung veranstaltete sie bereits in der JVA Preungesheim, im nächsten Jahr wird sie in einem Kölner Gefängnis auftreten.
In Welps Kolumnen geht es um Frauenthemen. Sie beinhalten immer Beziehungen - sei es zur besten Freundin oder zum Ehemann. Dabei kommt auch das Aufzeigen typisch männlicher Verhaltensweisen - etwa keine Koffer packen zu können oder stur nach Navigationsgerät zu fahren, auch wenn die Straßenbeschilderung etwas anderes sagt - nicht zu kurz. Die Zuhörer konnten oft über die Kolumnen schmunzeln.
In ihrer ersten vorgetragenen Kurzgeschichte ging es um einen perfekten Tag. Welp beschreibt einen ideal verlaufenden Tag. Das Ende der Kolumne: „Kennen Sie das? - Ich auch nicht“.
In einem anderen Text ging es um die Entwicklung der Frau in der Ehe. Aus der Geliebten wird zuerst die Verheiratete und später das Neutralchen, eine für den Mann unattraktive, für Hausarbeit nützliche Hausfrau.
Anette Welp arbeitet hauptberuflich bei der Gemeinde Trebur. Außerdem ist sie als Lektorin tätig und bietet Workshops unter dem Motto „Voll weiblich“ an.
(Aus: Rüsselsheimer Echo vom 11. September 2010 | Von Sabine Eisenmann)
»Schnallenzoff« hinter Gittern
Lesung: Treburer Autorin präsentiert Kolumnen in der Frauenhaftanstalt Preungesheim - Ein Workshop soll folgen
FRANKFURT/TREBUR. Es war ihre bislang ungewöhnlichste Lesung. Als die Autorin Anette Welp (47) aus Trebur jetzt ihre Gedichte und Texte zum Thema Gleichberechtigung und Beziehungen vortrug, saßen ihr zwar wie gewöhnlich Frauen verschiedenen Altersgespannt gegenüber. Doch anders als sonst fuhren sie nach der Veranstaltung nicht nach Hause, sondern kehrten in ihre Gefängniszellen zurück. Der Vortragsraum war abgeschlossen und zwei Justizvollzugsbeamte saßen mit im Publikum. Das Frauengefängnis im Frankfurter Stadtteil Preungesheim hatte sich Anette Welp für ihre Lesung ausgesucht. »Weil ich Frauen etwas anbieten möchte, die sonst keine große Möglichkeit haben, an kulturellenVeranstaltungen teilzunehmen«, beschreibt es die Treburerin. Frauen in Gefängnissen bewegten sich am äußersten Rand der Gesellschaft. »Sie sind draußen. Ich möchte sie reinholen, ihnen mit meiner Lesung signalisieren, dass sie nicht vergessen werden.«
Möglich machte die ungewöhnliche Veranstaltung Anstaltspädagoge Stefan Schwab von der JVA Preungesheim. Er ist unter anderem zuständig für die Freizeitangebote im Frauengefängnis, Theaterstücke, Workshops und weitere Kreativangebote hat er schon in der Einrichtung organisiert. Von Welps Anfrage nach einer Lesung war er begeistert. Denn hinter einigenStraftaten stecke ein Mann, einige der meist wegen Drogendelikten inhaftierten Frauen in Preungesheim seien nicht nur Täter, sondern zugleich Opfer.
Als der Anstaltspädagoge Anette Welp im Besucherraum des Frauengefängnisses empfängt, wirkt die Autorin nervös. Zwar liegt das Gefängnis mitten in einem Wohngebiet. Doch der Weg durch die Pforte bis zum Besucherraum scheint wie eine Reise in eine andere Welt. Und spätestens jetzt, wenige Meter hinter den hohen Mauern, wird der Autorin bewusst, welchen ungewöhnlichen Ort sie sich für ihre Lesung ausgesucht hat. Handys, Taschen und Schlüssel müssen zunächst in einem Schließfach an der Pforte verstaut werden. Personalausweise werden am Eingang abgegeben. Dann öffnet sich die Tür zu einer Schleuse, in der ein Alarmton Gegenstände aus Metall signalisiert. Gürtel werden ausgezogen,Schmuck abgestreift, bis der Durchgang ohne elektronische Warnung erfolgt.
»Sie haben heute große Konkurrenz«, sagt Schwab. Die Sonne scheint nämlich und einige Frauen haben sich daher entschlossen, ihre spärliche Freizeit an diesem Tag lieber an der frischen Luft zu verbringen. Doch auf dem Weg über den Gefängnishof zum Veranstaltungsraum schließen sich immer mehr Frauen der Gruppe an und schließlich sitzen zehn Inhaftierte erwartungsvoll im Andachtsraum, wo Anette Welp ihre Bücher und Notizen auf einem Stehpultausbreitet.
Was erwartet die Frauen in der kommenden Stunde? Zunächst ein Einblick in das Leben der Autorin, die ursprünglich aus Köln kommt und seit acht Jahren als Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte im Treburer Rathaus arbeitet. Als Geschenk für die Frauen hat sie eine Chronik ihrer Wahlheimat mitgebracht, mit einer Widmung vom Bürgermeister. Plötzlich ist Welp unsicher:»Darf man den Gefangenen etwas schenken?« Schwab nickt ihr aufmunternd zu, die DVDs mit Kolumnen von Welp sammelt er jedoch zunächst ein. Wenig später sind die Frauen mitten im Geschehen von Welps zum Teil delikaten Kurzgeschichten, in denen es um alltägliche Situationen zwischenmenschlicher Beziehungen geht. »Kennen Sie das« - so beginnen viele ihrer Erzählungen, die häufig mit einer Alltagssituation einsteigen: beim Einkaufen, auf der Fahrt in den Urlaub. »Da habe ich mir vorgestellt, wie lange es wohl für manche dieser Frauen her sein mag, dass sie zuletzt einkaufen waren«, erinnert sich Welp später.
Doch außer ihr selbst scheint sich niemand diese Gedanken zumachen. Die Frauen kleben an ihren Lippen, lachen, nicken und staunen, wenn es um den XXL-Michel geht, den roten Schlabberpulli, der Frau in jeder Lebenslagetreu bleibt, den Mann, der einen Frauenparkplatz blockiert und dafür in Luft aufgelöst wird und die Neue vom Ex, die nervt, bis es zum Schnallenzoff kommt.Nach wenigen Minuten scheint es eine Lesung wie jede andere zu sein, vergessen sind Mauern und Schließanlagen. Und wie üblich bei Welps Vorträgen erwischt es irgendwann jede und am Ende ist über jedes Gesicht mindestens einmal ein Lächeln gehuscht. Am meisten strahlt jedoch die Autorin selbst. »Es war eine tolle Erfahrung«, sagt sie nach der Veranstaltung, der sich eine Fragerunde anschloss. Warum sie das macht, will eine Frau wissen. Woher sie die Ideen nimmt, fragt eine andere. »Ich will, dass Frauen stark bleiben, sie an ihre eigenen Fähigkeiten erinnern«, sagt Welp. »Es bringt nichts, wenn Frauen in die Fußstapfen von Männern treten. Wir können uns unsere eigenen Schuhe kreieren.« Sämtliche Broschüren, Texte und Informationen über ihre Werke hat Welp am Ende verteilt. Und die Frauen wollen mehr. Neben einer Lesung wird es möglicherweise einen Workshop geben, in dem die inhaftierten Frauen aus ihren Gedanken und Erfahrungen selbst Kurzgeschichten und Gedichte schreiben.
(Aus: Echo online – Kultur vom 04. Juni 2010 beg)
Lyrik, die vom Himmel fälltLiteratur: Renate Schmidgall und Anette Welp auf der Darmstädter,,Lesebühne"
DARMSTADT. Wer sich entschließt, auf der ,,Lesebühne" Texte vorzutragen, muss auch mit Kritik rechnen. ,,Hier soll und darf diskutiert werden", unterstreicht Kurt Drawert, der das ,,Zentrum Junge Literatur" im Literaturhaus Darmstadt leitet, den Werkstattcharakter der Lesebühne.[...] Anette Welp, die zweite Autorin der Lesebühneam Mittwochabend, [...] ist Autorin und Verlegerin in Personalunion. In ihrem Eine-Frau-Verlag ,,Augen Auf" hat sie bereits mehrere eigene Bücher gedruckt mit Titeln wie ,,Man(n) putzt" und ,,Vollweiblich". Wie die Titel schon verraten, ist die Polarität der Geschlechter Hauptthema ihrer Erzählungen. Das ,,Spiel der Macht und der Lust" in 50 Ehejahren ist Thema der Geschichte ,,Irma nascht", Starrheit und Unbeweglichkeit in Beziehungen und der damit verbundene ,,fehlende Mut, daraus auszubrechen" Thema der zweiten, stark dialogisch aufgebauten Geschichte. Besonders das zweite Stück Prosa stößt beim Publikum und bei Drawert auf harsche Kritik: zu viele Adverbien ließen zu wenig Raum für eigene Fantasien. Drawert rät: ,,Die Dinge mehr in der Schwebe lassen, nicht drastisch nachformulieren, was eigentlich aus der Erzählung schon hervorgeht." Und Drawert freut sich am Ende: Es wurde heftig debattiert - so soll es sein.
(Aus: Groß-Gerauer Echo vom 09.03.2010)
IronischeEinblicke in den AlltagLesung: Anette Welpliest anlässlich des Internationalen Frauentags am Büchnerhaus Texte ihresHörbuchs ,,Man(n) putzt"
Anette Welp hätte sich keine Sorgen zu machen brauchen: "Bei meinem ersten Anruf gab es zwei Kartenreservierungen, beim zweiten zehn - und jetzt sind es so viele", freute sich die in Trebur lebende Autorin Sonntagabend über eine voll besetzte Kunstgalerie amBüchnerhaus. Einen Tag vor dem Internationalen Frauentag hatten dieFrauenbeauftragte der Stadt Riedstadt, Ute Schneider, und Inge Schmidt als Leiterin des Kulturbüros Anette Welp zum zweiten Mal zu einer Lesung eingeladen. "Kennen Sie das?" So fangen die meisten der Kolumnen ihres Hörbuchs "Man(n) putzt" an, aus dem die "in Trebur verliebte Kölnerin" überwiegend vortrug. Bissig-ironisch und witzig, gelegentlich aber auch nachdenklich und ernst setzt Welp sich mit dem Rollenverständnis von Frauen und der Alltagsbeziehung zwischen Mann und Frau auseinander. Da wird aus der Geliebten erst die Ehefrau und dann "das Neutralchen", eine Mischung "aus Mutti, Hausfrau, bestenfalls Kameradin" - die Geliebte bleibt auf der Strecke. Sie schildert einen Montag, an dem sie in aller Frühe von Kaffeeduft geweckt wird, eine bereits gewaschene und angezogene Familie am fertig gedeckten Frühstückstisch vorfindet, der Ehemann sie mit einem Liebesbriefchen im Auto überrascht und bei der Rückkehr ein von der Schwiegermutter blank geputztes Haus wartet. "Kennen Sie das? - Ich auch nicht!" Aber alle Zuhörerinnen kannten die tausend Gedanken, die einer Gastgeberin am Tag der Party in rascher Folge durch den Kopf gehen: Einkaufsliste, Kinderarzt, Lehrer, pubertierende Kinder, was ziehe ich an? Um dann vom Partner auf die Frage, woran er denke, gesagt zu bekommen: "An nichts". "Ich glaube, so gedankenlos können nur Männer sein", erklärte Anette Welp. Lautes Gelächter begleitete ihre Schilderung einer Autofahrt mit ortsunkundigem Fahrer ("Nein, Sie haben kein Navi. Sie haben nur einen Ausdruck - und ihren Mann."), der sich weigert, unterwegs nach dem Weg zu fragen und "stur nach Nirgendwo" fährt. Auch der Internationale Frauentag kam zu seinem Recht, den der achtjährige Sohn allerdings mit der Weiberfastnacht durcheinander wirft - wobei die gebürtige Kölnerin letzterem und vor allem dem Brauch des Schlipsabschneidens nicht soviel abgewinnen kann: "Das hat so was Kastrationsähnliches." Die Tücken des Alltags nahm Welp ebenfalls aufs Korn. Stressbedingte Ausfallerscheinungen sorgen dafür, dass "der Kaffee läuft - und wie der läuft". Auf Tisch, Boden und Schubladen ergießt sich die braune Brühe, "und keine Kanne weit und breit". Die Zubereitung einer Ente mit zwei Köchen, zwei Rezepten und zwei Saucen endet mit der Renovierung der Küche, und selbst die "Hommage an meinen Friseur" fällt angesichts eines zu kurz geschnittenen Ponys etwas zwiespältig aus ("Ich würde ihn nie verlassen, aber gelegentlich habe ich Mordgedanken"). Als Zugabe las Anette Welp ihren Klassiker "Frauenparkplatz", in dem Peter auf absurd-komische Weise sein Leben verliert, weil er nicht von seinem Frauenparkplatz lassen will. Weiße Rosen verteilte Inge Schmidt nach diesem literarischen Rundumschlag als Dank an die Autorin, Frauenbeauftragte Ute Schneider und an die Leiterin des Büchnerhauses, Rotraud Pöllmann. Mit Sekt und Knabbereien feierten die vielen Besucherinnen schließlich den Frauentag schon ein wenig vor.
F R I E D E N S H O B E L P R E I S 2009
für hervorragende Leistungen im Einsatz für besseren Feinschliff zwischen den Geschlechtern, in Partnerschaft und Zusammenleben, manchmal auch im Auseinanderleben.
Verliehen an Anette Welp am 2. August 2009 von Monika Gentz
(Aus: Mainspitze vom 07.08.2009)
FriedensHobelpreis für Welp
VERNISSAGE "Kunst mal anders" im Treburer Rathaus mit viel Humor eröffnet / Auch Publikum wird aktiv
(dev). Zur Showbühne verwandelt sich das Rathaus in Trebur des öfteren. Meist allerdings im Großen Ratssaal, wo auch die Sitzungen der Gemeindevertretung stattfinden. Dort wird Comedy präsentiert, wenn die Macher der Treburer Theater-Tage zu ihrem Programm einladen. Diesmal stand das Rathausfoyer im Mittelpunkt des Geschehens.
Das Kulturbüro der Gemeinde Trebur hatte zur Ausstellung mit Bildern der Malerin Monika Gentz eingeladen. Die Vernissage im Rathaus Trebur stand diesmal unter dem Motto "Kunst mal anders" und wurde durch Gesang und Lesung angereichert. Alexa Hahn vom Treburer Tanz-, Gesangs- und Schauspielstudio "Perform & Yourstyle" trug mit Lisa Flach und Verena Christiansen Musicallieder vor. Anette Welp las aus ihrem Buch "Ex und Hopp" vor.
Monika Gentz nutzte die Vernissage zu einer besonderen Ehrung für Welp. Für ihre zum Teil bissigen Texte erhielt sie den von ihr selbst gestalteten "Friedenshobelpreis" in Form eines goldenen Schreinerhobels überreicht. Außerdem wurden alle Besucher zur Mitgestaltung eines neuen Kunstwerkes animiert. Eine großes Bild mit dem Treburer Wappen als Hintergrund sollte mit eigenen Zeichnungen, Handabdrücken oder ähnlichem zum Kunstwerk "WIR sind Trebur" gestaltet werden. [...]
Bild: my-Trebur.de, Bodo Zimmer
Mal wieder Ungewöhnliches von der Autorin Anette Welp an einem ungewöhnlichen Ort
Am 18. April 2009, 20.00 Uhr, hat die Inhaberin Lisa Schuster vom City-Friseur in Groß-Gerau, Frankfurter Straße, die Autorin Anette Welp zu einer Lesung eingeladen. Lisa Schuster und ihr Team zauberten eine wunderbare Atmosphäre, tatkräftig unterstützt durch Markus A. Salamon, dem Inhaber des Teespeichers Salamon. Verwöhnt mit kleinen, hübsch zubereiteten Leckereien, Sekt, Wein und Selters folgten die rund 50 überwiegend weiblichen Gäste gespannt den Kolumnen, Geschichten und Gedichten der Autorin, die mit ihrem Entertainment schnell die Nähe zum Publikum fand. (TH)
Bild: Tina Jung
(Aus: Mainspitze vom 18. März 2009)
Von Karina Merten
Die Treburer Autorin Anette Welp stellt ihr erstes Hörbuch unter dem Titel "Man(n) putzt" vor
Explodierende Koffer am Flughafen, ignorante Ehemänner und die ultimative Handtaschenphilosophie - alles das erwartet die Hörerinnen und Hörer von Anette Welps erstem Hörbuch "Man(n) putzt". Nach ihren drei Werken "Ex und Hopp" (2000), "Voll Weiblich" (2006) und "Die rote Schaukel" (2007) startet die Treburer Autorin nun eine komische Hör-Reise durch die Frauenwelt, die nicht nur Frauen, sondern auch Männer amüsant finden werden.
"Kennen Sie das?", fragt die Autorin Anette Welp zu Beginn der 16 Kolumnen auf der CD und erzählt dann zum Beispiel von ihren perfekten "Glückstagen": Der Sohnemann bringt das Frühstück ans Bett, der Chef winkt mit einer Belohnung für die gute Arbeit, die an diesem Tag schon die Kollegin komplett erledigt hat. Ein anderes Mal weiß die Kolumnistin von dem kleinen Hassgefühl zu berichten, das sie überkommt, wenn sie von den "Super-Muttis" belehrt wird, wie sie ihr Kind zu erziehen habe. Und schließlich ruft sie alle Frauen auf, sich nicht zum "Neutralchen" machen zu lassen, sondern in der Ehe Frau zu bleiben.
Ob es also die Höhen und Tiefen einer Liebe sind, die alltäglichen Sorgen einer Mutter oder die wahre Liebe einer Frau, nämlich die zu ihrem Friseur, Anette Welp bringt in den 16 Kolumnen manches alltägliche Leid von Mann und Frau gekonnt auf den Punkt. Ursprünglich in dem regionalen "Wir"-Magazin veröffentlicht, entschloss sich die gebürtige Kölnerin, ihre Kolumnen nun zu vertonen. "Ich bin schon oft angesprochen worden, dass Interessierte nach einer Lesung gerne noch ein Mal alles hören würden", erklärt die Autorin, die bereits seit zehn Jahren in Trebur lebt.
Viele der Kolumnenthemen habe sie tatsächlich erlebt: "Wenn ich etwas sehe, höre oder fühle, dann denke ich inzwischen sofort in Kolumnen", lacht Welp. Gerade Themen, in denen sie eine Veränderung erleben möchte, nimmt sich die Autorin vor. Um Bewusstmachung und Sensibilisierung gehe es ihr, betont Welp.
So wundert es nicht, dass das Thema Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen einen zentralen Stellenwert in ihren Werken einnimmt. Doch gerade die witzige Überspitzung ernster Themen macht das Hörbuch von Anette Welp zu einem wahren Hörgenuss, für Frauen und Männer gleichermaßen. Schnell findet man sich in den Geschichten selbst wieder.
Auf die Frage, wo und wie man das Hörbuch genießen sollte, antwortet Welp nur: "Überall wo die entsprechende Technik vorhanden ist, auch wenn Man(n) putzt!"
(Aus: Rüsselsheimer Echo vom 27./28.02.2009)
"Man(n) putzt" jetzt auch digital - Die Autorin Anette Welp betritt mit ihrer ersten Schreibe mediales Neuland und freut sich über den Erfolg - witzige und tiefgründige Erzählungen über den Alltag in Beziehungen.
"Kennen Sie das" - so beginnen zahlreiche Kolumnen und Erzählungen der Autorin Anette Welp (45) aus Trebur. Alltägliche Situationen zwischenmenschlicher Beziehungen aber auch männermordende Frauen stehen im Fokus von Welps zum Teil delikaten Werken. [...] Jetzt betritt sie mit ihrem Hörbuch mediales Neuland. Und es kommt gut an [...]. Seit der Veröffentlichung Anfang Dezember sei die Nachfrage groß. "Man(n) putzt!" heißt das Erstlingswerk, in dem es wie in gewohnter Weise um Themen rund um Beziehungen geht."
(Aus: Rüsselsheimer Echo vom 3.12.2008)
"Getreu dem stringent verfolgten Konzept der Reihe „Regionaler Autor trifft auf überregional bedeutende Autorenpersönlichkeit“ machte den Anfang die Treburer Dichterin und Verlagsleiterin Anette Welp.
Die gebürtige Kölnerin, die mit zum Teil ironischen Alltagsbetrachtungen aus Frauensicht regelmäßig als Kolumnistin auftritt, stellte den Zuhörern zunächst eine eher düster gefärbte Kurzgeschichte mit dem Titel „Hannahs Brille“ vor.
In dieser driftet die durch den alltäglichen Stress überforderte Hausfrau Hannah zusehends in eine Scheinwelt ab, in der sie „wie hinter einer milchigen Glasscheibe“ beginnt, sich systematisch aus dem Leben auszuklinken. Schließlich folgt sie einer wie von fern erklingenden Stimme und „springt“. Dies kann in der Folge als Rückkehr ins Leben oder als endgültige Resignation gedeutet werden.
Um die Stimmung in dieser ohnehin tristen Jahreszeit nicht gänzlich zu drücken, folgten daraufhin ein Gedicht über die Verbindung zweier Freundinnen und anschließend zwei humorvolle Betrachtungen von Alltagsszenen aus dem Leben verheirateter Paare, die Welp schon beinahe traditionell mit den Worten 'Kennen sie das?' begann."
(Aus: Groß-Gerauer Echo vom 11.03.2008 - Buchmesse)
"'Kennen Sie das?' ist eine von Welp gern benutzte Wendung, die auch in 'Der dicke Rote' Urständ feiert: Über beide Ohren verliebt, kauft sich Frau neue Kleider und Reizwäsche. Kaum ist der Kerl weg, trägt sie wieder den dicken roten Schlabberpulli. Den bietet die Autorin im Internet nicht an, wohl aber T-Shirts mit der Aufschrift: 'Voll Weiblich .... und die, die es immer noch nicht verstanden haben: Ex und hopp!'"
(Aus: Darmstädter Echo vom 18.06.2007)
"Auch der Chef hat sein Macho-Gehabe nicht überlebt. Der Vorgesetzte machte die Sammlung der Männer komplett, die bereits ihr Fett wegbekommen haben: Herr Egomann, der seine Frau auf eine Staubwedel schwingende Putzmaschine reduziert, Peter, der einen Frauenparkplatz blockiert und Herr S. aus T., der sein Aquarium so sehr liebt, dass er zum Fisch wird und in der Bratpfanne landet. Wie amüsant weibliche Mordeslust sein kann, erfuhren die überwiegend weiblichen Gäste bei der Lesung mit der Autorin Anette Welp im Schloss Braunshardt. [...] Favoriten waren aber jene Geschichten, in denen es Männern mit Augenzwinkern und englischem Humor an den Kragen geht. [...]"
(Aus: Rüsselsheimer Echo vom 19.04.2007)
"Während Welps zweites Buch "Voll Weiblich" Beziehungen zum Thema hatte, sich mit Ängsten auseinandersetzte und in die Tiefe blickte, folgt "Die rote Schaukel" mit spannenden Geschichten über Liebesspiele und Mordlust der Tradition von "Ex und hopp". Die Botschaft ist klar: Männer sollten Frauen nicht unterschätzen. Zumindest nicht die Protagonistinnen, die sich dafür in Welps Geschichten bitter-süß und meist mit einem Lächeln auf den Lippen rächen. Mit List und viel weiblichem Charme bestrafen die Frauen in Welps Kurzgeschichten jene Männer, die sich als Sieger über das vermeintlich schwache Geschlecht fühlen. [...]"
(Aus: Allgemeine Zeitung Rhein-Main-Anzeiger vom 31.10.2002)
"Strafe muss sein, scheint sich die Autorin öfter zu denken, die in ihrer Heimatstadt neben Germanistik und Bibliothekswissenschaften ja auch Pädagogik studiert hat. Ihrer Erziehungsmethoden sind allerdings reichlich drastisch. So muss Bürgermeister Willi Wischlowski, als er zum ersten Mal abends den Weg vom Rathaus zu seiner Wohnung sucht, das fehlen von Straßenlaternen feststellen. Schade nur, dass er keine Abhilfe mehr schaffen kann, weil er einen offen stehenden Kanalschacht übersieht. [...]"
(Aus: Westfalenzeitung vom 13.06.2001)
"Ex und hopp. Liebesspiel und Mordeslust" wird nicht nur Frauen gefallen. Auch Männer sollten es lesen. Sie könnten etwas über weibliche Gefühle und Sehnsüchte lernen, und mancher über sich selbst."
(Aus: MATHILDE, Jan./Febr. 2001)
"Auf nachdenkliche mit makaberem Humor unterlegte Art und Weise werden bedrohte Frauen beschrieben, die aufbegehren und auch vor Mord nicht zurückschrecken. Die Frauen in den Geschichten haben es satt, diplomatisch, zugänglich und aufopfernd zu sein."
(Aus: Mainspitze, Kultur, vom 02.10.2000)
"Ob diese Geschichten auch Männer erheitern, sei dahingestellt. Voraussetzung wäre die Fähigkeit, über sich und die Schwächen des eigenen Geschlechts lachen zu können. [...] Im Stile von Kriminalautorinnen wie Ingrid Noll oder Sabine Deitmer entledigen sich die Protagonistinnen des vermeintlich starken Geschlechts: Jahrelang gedemütigte, enttäuschte, belogene und betrogene Frauen werden zu männermordenden Bestien, ein Fön rutscht - "versehentlich" - in die Badewanne, Selbstmorde geschehen. [...]"